Wer auf dem Immobilienmarkt Wohnflächen und Preise objektiv vergleichen will, hat es schwer. Doch es gäbe durchaus anerkannte Kennzahlen, die aus Konsumentensicht wesentlich mehr Transparenz bieten.
Aus Käufersicht zählt doch vor allem die Frage: Wie viel Wohnfläche und Lebensraum bekomme ich für mein Geld?
In Verkaufsunterlagen, in Prospekten und Plänen sind wir allerdings mit einer erschlagenden Vielfalt an Angaben konfrontiert:
Bruttogeschossfläche, Nettowohnfläche, Nutzfläche und so fort.
Die Bruttogeschossfläche (BGF) ergibt sich etwas vereinfacht gesagt aus der gesamten Innenfläche eines Gebäudekörpers, inklusive alle Nebenräume und Korridore; zum Teil werden sogar die Zwischenmauern angerechnet.
Laien können somit kaum abschätzen, ob nun zum Beispiel ein Haus mit 200 m2 Bruttogeschossfläche mehr Lebensraum bietet als ein solches, das mit 150 m2 Nettowohnfläche ausgeschrieben ist.
Erst recht kompliziert wird es, wenn die Flächen den Kosten gegenübergestellt werden. Denn bei den Preisangaben bleibt meist im Dunkeln, was alles inbegriffen ist und was nicht. In vielen Fällen sind zum Beispiel Aushub einer Baugrube, Mehrwertsteuern, Baunebenkosten für Gebühren und Bewilligungen oder Umgebungs-und Gartenarbeiten nicht inbegriffen.
Wer ein konkretes Bauprojekt oder Kaufangebot prüft, sollte sich den Quadratmeterpreis gemäss den Definitionen von SIA und ETH Zürich ermitteln lassen – liegt das Angebot zum Beispiel deutlich unter dem Benchmark, muss man sich kritisch danach erkundigen, wo Abstriche gemacht wurden. Für ein qualitativ gutes Wohnobjekt liegt der Durchschnitt bei ca. CHF 3200 /m2.
Kostet der Quadratmeter mehr, zum Beispiel 4'000 oder 5'000 Franken, müsste dies der Architekt stichhaltig begründen können. Bietet er wirklich ein Mehr an Wohnqualität, die den Mehrpreis wert ist?
Die Fachleute in der Baubranche operieren nebst den Quadratmeterpreisen oft auch mit den Kosten pro Kubikmeter umbauten Raumes. Im Einfamilienhausbau ist zum Beispiel ein preiswertes Objekt ab 560 Franken pro Kubikmeter möglich, im Mehrfamilienhausbau ab etwa 500 Franken.
Eine hohe Sicherheit beim Kauf bietet natürlich eine qualifizierte Schätzung. Diese Kosten (bei casafile ab CHF 850.-) machen sich in jedem Falle bezahlt, denn die Sicherheit beim Kauf ist beruhigend.
Hedonische Schätzungen (Computerschätzungen über das Internet) sind übrigens bei Ferienobjekten nicht sinnvoll, da die individuellen Eigenschaften eines Objektes zu wenig berücksichtigt werden.
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